WAU – so macht Lernen Spaß!logo hundeschule

Wir sind Bella und Yuki, zwei ausgebildete Schulhunde und wir unterstützen als Co-Pädagogen seit dem Schuljahr 2018/19 regelmäßig unsere beiden „Frauchen“, Frau Müller-Hoffmann und Frau Gruber.

Was heißt das genau?

Üblicherweise begleiten wir die beiden Lehrerinnen im Unterricht. Wir sorgen dann für eine entspannte Schnupper- bzw. Lernatmosphäre und für eine Menge Spaß in der Schule. Weil wir aber auch genau riechen, welche Stimmung gerade in der Luft liegt, können wir oft schon vor unseren „Frauchen“ reagieren. So setzen wir uns gerne zu einem Kind und lassen uns streicheln, wenn wir merken, dass es z. B. traurig ist.

bella schulhunde 2 yuki

Doch werden wir nicht nur im Klassenverbund eingesetzt. Auch im Kleingruppen- oder Einzelsetting tragen wir zur intensiven Förderung der Schülerinnen und Schüler bei. Ebenso bieten sich für uns Schulhunde im Zusammenhang mit dem Auftrag zur Inklusion vielfältige Möglichkeiten, Kinder mit besonderem Förderbedarf zu unterstützen.

Außerdem sind wir auch im Stundenwechsel und während der Pausenzeiten als Co-Pädagogen aktiv. Schließlich wollen wir alle Schülerinnen und Schüler der Heinrich-von-Buz-Schule beschnuppern …

 Und für alle, die ganz genau wissen wollen,

  • welche positiven Auswirkungen wir im Schulalltag haben,
  • welche Ziele unsere „Frauchen“ mit uns verfolgen und
  • wo im LehrplanPLUS über uns geschrieben steht,

 der kann sich auf den folgenden Seiten informieren:


Positive Auswirkungen des Schulhundeeinsatzes:

Ein Schulhund fördert eine entspannte, produktive Arbeitsatmosphäre im Klassenzimmer. Allein die Gegenwart eines Hundes erhöht die Lernmotivation und führt zur Stressminderung und zur Stimmungsaufhellung der Schüler und natürlich auch der Lehrkraft. So trägt der Einsatz des Tieres präventiv zur Vermeidung von Prüfungs- und Schulängsten bei. Doch auch wenn diese Ängste bereits vorhanden sind, wirkt sich die Gegenwart eines Klassenhundes lindernd aus, sodass es den Schülern oftmals leichter fällt, mit den angstauslösenden Situationen umzugehen.

Die Förderung von Arbeitstugenden wie Disziplin und Ordentlichkeit ist eine weitere, offensichtliche Auswirkung der Anwesenheit eines Klassenhundes, die Lehrkraft und Schüler sofort und deutlich wahrnehmen können. Dass die Arbeitstugenden wiederum einen positiven Effekt auf den Lernerfolg haben, muss nicht weiter erläutert werden. Ganz besonders achtsam gehen die Schüler bei der Anwesenheit eines Hundes mit ihrer eigenen Lautstärke um. Durch die Reduzierung des Lärms wiederum lassen sich positive Effekte auf die Lehrer- aber auch Schülergesundheit erzielen.

Positive Auswirkungen zeigen sich auch im Zusammenhang mit dem Sozialverhalten der Kinder: Ihre Bereitschaft, Konflikte zu vermeiden und Regeln zu befolgen, steigt und damit wird der Aufbau sozialer Kompetenzen gefördert. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass durch den Einsatz eines Hundes zudem Sprachförderung stattfindet. Klare Kommunikation in Worten oder mit Handzeichen wird vom Tier eingefordert und so trainiert der Hund die Schüler – von diesen unbemerkt – im Einsatz verschiedener Kommunikationskanäle, ebenso wie in einer eindeutigen, authentischen Kommunikationsweise.

Außerdem darf nicht vergessen werden, dass ein Hund Kinder zur Bewegung motiviert. Dies wird besonders deutlich, wenn der Hund im Schullandheim oder nachmittags im Wahlfach eingesetzt wird. So kann man dem aktuellen Trend einer bewegungsarmen Freizeit vor dem Fernseher oder Computer entgegensteuern. Das Tier, als Teil der Natur, verdeutlicht den Schülerinnen und Schülern deren Wert, sodass diese dafür sensibilisiert werden und die Wertschätzung gegenüber der Natur und Umwelt steigt.

Letztendlich ist ein Hund ein Partner, der mit den Schülerinnen und Schüler Freuden und Sorgen teilt. Dies tut er ohne zu bewerten. Er ist einfach nur da und unterstützt somit Kinder und ganz besonders auch Jugendliche in der schwierigen Phase der Pubertät. So wird das jugendliche Selbstwertgefühl erhöht.

Den Schülerinnen und Schülern ist sehr wohl bewusst, welche positiven Veränderungen der Hund ins Klassenzimmer bringt und sie danken es ihm damit, dass sie für ihn Verantwortung übernehmen. Sie wollen, dass sich der Hund wohl fühlt und dass es ihm gut geht, sodass er weiterhin im Klassenzimmer anwesend sein will. Da dies nur in Gemeinsamkeit gelingen kann, wird ganz beiläufig die Teamkompetenz geschult und das Klassenklima verbessert.


Zielsetzungen des Schulhundeeinsatzes

Für Kinder und Jugendliche im Realschulalter bieten sich vor allem folgende Zielsetzungen des Schulhundeeinsatzes an:

Die Schüler …

  • erlernen und festigen verschiedene soziale Kompetenzen.
  • lassen sich auf Neues ein, indem sie offen für den Umgang mit einem Hund sind.
  • stärken ihr Selbstbewusstsein und ihr Selbstwertgefühl, indem sie z. B. Ängste (im Zusammenhang mit dem Hund oder mit Unterrichts- und Prüfungssituationen) bewältigen.
  • entspannen durch die Anwesenheit des Tieres oder im direkten Kontakt mit dem Hund.
  • verbessern die Wahrnehmung ihres eigenen Körpers.
  • trainieren ihre Fähigkeit zur Selbstregulation, um eigene Bedürfnisse zurückzustellen und Aggressionen in den Griff zu bekommen.
  • bauen Vertrauen zu Mensch und Tier auf.
  • sind bereit, Verantwortung zu übernehmen, indem sie Aufgaben für den Hund übernehmen und diese verlässlich ausführen.
  • erkennen Grenzen und akzeptieren diese.
  • nehmen sich als Teil einer Gruppe wahr, indem sie gemeinsam mit und für den Hund arbeiten.

Anbindung des Schulhundeeinsatzes an den LehrplanPLUS der bayerischen Realschule (www.lehrplanplus.bayern.de)

Mit dem Einsatz eines Schulhundes kann man gleichzeitig mehrere schulart- und fächerübergreifende Bildungs- und Erziehungsziele, die im bayerischen LehrplanPLUS ausgewiesen sind, erfüllen:

  • Bildung für nachhaltige Entwicklung

Die Schülerinnen und Schüler entwickeln Verantwortungsbewusstsein für Natur und Umwelt und erweitern ihre Kenntnisse über die komplexe und wechselseitige Abhängigkeit zwischen Mensch und Umwelt.

  • Gesundheitsförderung

Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit den Themenfeldern Ernährung, Bewegung, Hygiene, Stress/psychische Gesundheit, Sucht-/Ge­waltprävention auseinander und lernen, achtsam und verantwortungsvoll mit sich selbst umzugehen.

  • Soziales Lernen

Sie üben Selbstbeherrschung, übernehmen Verantwortung und zeigen Hilfsbereitschaft. Sie gestalten Beziehungen auf der Grundlage von Konflikt- und Kommunikationsfähigkeit, Empathie, Toleranz und Selbstbestimmtheit; sie haben Respekt vor anderen Standpunkten und sind fähig, Kompromisse zu schließen, die der Gemeinschaft nützen.

  • Werteerziehung

Das christliche Menschenbild und die daraus abzuleitenden Bildungs- und Erziehungsziele sind Grundlage und Leitperspektive für die Achtung vor dem Leben.

Auch in den Fachlehrplänen der einzelnen Fächer der Realschule lassen sich immer wieder Möglichkeiten finden, die den Einsatz eines Hundes im Unterricht ermöglichen.

Text: Sandra Müller-Hoffmann, Fachkraft für tiergestützte Pädagogik

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